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Frühlingszeit – Cabriozeit

Die ersten warmen Tage kommen und wer wünscht sich da nicht ein Cabrio. Je nach Geldbeutel gibt es jedoch einiges zu beachten.

Wer 10.000 € oder mehr zur Verfügung hat und bei einem Vertragshändler kaufen will, kann aus Sicht eines Kfz-Sachverständigen nicht viel verkehrt machen. Die Betonung liegt allerdings auf Vertragshändler, denn nur hier hat man im Allgemeinen eine Sicherheit, was die Garantie, Laufleistung, durchgeführten Service usw. angeht. Wenn das Budget begrenzt ist, und man auf Kfz-Angebote von Privatpersonen oder den „Fähnchenhändlern“ zurückgreifen muss, ist ein kritischer Kauf angebracht.

Die folgenden Ausführungen sollen Ihnen bei der Kaufentscheidung helfen.

Auch ein 17 Jahre altes Cabrio kann viel Freude bereiten

Gepflegter Innenraum trotz 17 Jahren

Suche und erster telefonischer Kontakt

Bei der Suche im Internet nach Ihrem KFZ haben Sie verschiedene Kriterien eingegeben, die Ihnen wichtig sind. Das kann zum Beispiel das Baujahr sein, der Km-Stand, Scheckheft gewartet, wenige Vorbesitzer, Unfallfreiheit, Fälligkeit von Hauptuntersuchung, usw.

Als Kfz-Sachverständiger erlebe ich es fast täglich, dass die Eingaben in der Anzeige nicht immer den Tatsachen entsprechen, da heißt es z. B. die Erstzulassung ist 2007. In Wahrheit ist es ein Cabrio mit der Erstzulassung 2006. Auf Nachfrage wird dann behauptet, es wurde nach den Werksferien hergestellt, und wäre ein Modelljahr 2007. Das ist natürlich die Unwahrheit, das Cabrio ist ein Fahrzeug mit der Erstzulassung 2006 und bleibt es auch. Diese „Tippfehler“ oder „Irrtümer“, wie Händler es am Ende ihrer Fahrzeugbeschreibung anführen, dienen meist nur dazu, dass das Fahrzeug Ihren Suchkriterien entspricht.

Wichtig

Drucken Sie sich das Internetangebot aus und fragen Sie den Händler am Telefon explizit nach Ihren Kriterien. Ärgerlich ist eine Anfahrt zu Ihrem Wunsch-Cabrio von 10 oder mehr Kilometern, und das KFZ entspricht nicht Ihren Suchkriterien. 

Besichtigung

Besichtigen Sie das Fahrzeug nicht alleine, manchmal ist man auf Schlag in das Cabrio verliebt, und der Verstand ist getrübt. Auch ein Kfz-Sachverständiger begleitet Sie.

Als Kfz-Sachverständiger würde ich mir - vor Besichtigung - die Papiere von dem Fahrzeug zeigen lassen. Stimmt Erstzulassung, Serviceheft, Vorhalter usw. mit dem Inserat überein?

Nutzen Sie,  z. B. die Gebrauchtwagen-Checkliste auf meiner Internetseite und arbeiten Sie diese Punkt für Punkt ab. Auch als Laie kann man Reifen, Funktion der Klimaanlage, Scheibenwischer usw. prüfen. Jeder Schalter an dem Fahrzeug sollte auf Funktion geprüft werden. Besonderes Augenmerk gilt natürlich dem Verdeck. Sind der Stoff und die Heckscheibe in Ordnung? Öffnet und schließt das Dach und die Scheiben einwandfrei? Riecht es modrig im Fahrzeug, oder sind sie Scheiben von innen beschlagen? Ist der Teppich trocken?

Achtung: Kein Fahrzeug sollte im Dunklen besichtigt werden! 

Probefahrt

Wenn man ein unbekanntes Fahrzeug fährt, muss man sich im Allgemeinen erst etwas an das Auto gewöhnen. Erst danach kann man seine Sinne auf etwaige Geräusche oder sonstiges, nicht „normales Fahrverhalten“, einstellen. Die Probefahrt sollte also mindestens 20-30 km betragen, nach Möglichkeit auch auf der Autobahn. 

Prüfung durch einen Kfz-Sachverständigen

Bei der Prüfung des Unterbodens, Fahrwerk, Bremsen usw. kann ein Kfz-Sachverständiger helfen. Auch kann  ein Kfz-Sachverständiger anhand der Lackstärke feststellen, ob das Fahrzeug nachlackiert wurde. Fragen Sie den Kfz-Verkäufer, ob er etwas dagegen hat, wenn man das Fahrzeug bei einem Kfz-Sachverständigen oder einem Kfz-Gutachten abschließend überprüfen wird. Ein seriöser Kfz-Händler oder Privatverkäufer mit gutem Gewissen wird dem immer zustimmen. Ein Kfz-Sachverständiger ist meistens nicht weit entfernt.

Vertrag

Einen Vordruck für einen Gebrauchtwagenkauf gibt es auf allen Internetmarktplätzen oder beim ADAC. Füllen Sie den Vertrag komplett aus. Lassen Sie sich den Ausweis vom Verkäufer zeigen, und achten Sie bei einem Händler darauf, dass dieser auch seine Firmenanschrift in den Vertrag setzt. Schreiben Sie Mängel, die Sie bei der Besichtigung festgestellt haben und die der Verkäufer noch beseitigen will, in den Vertrag.